Kalken der Bäume

Samstag, 7. August 2010

Kalken der Bäume   ( aus dem August Protokoll von Gerlinde)


Wenn im Jänner die Tage wieder zu wachsen beginnen, nimmt auch die
wärmende Kraft der Sonne zu. An einem sonnigen Tag an die Hauswand
gelehnt, können wir Menschen diese Wärme ganz deutlich spüren und
genießen.

Die Bäume werden durch die Sonne zum Aufsteigen der im Herbst
eingelagerten Assimilate angeregt. Im Volksmund nennt man diesen Vorgang
schlicht und einfach „aufsteigen des Saftes“ und das beginnt bereits um
„Fabian und Sebastian“, das ist der 20. Jänner.

Der Saft in den Bäumen, die Sonnenwärme am Tag und die Minusgrade in der
Nacht führen zu starken Spannungen in den dickeren Ästen und am Stamm.
Werden diese Spannungen zu stark, können Frostrisse entstehen. Durch das
Kalken der Bäume kann der Temperaturunterschied einerseits zwischen Tag
und Nacht, andererseits zwischen Sonnenseite und Schattenseite am Tag
gemildert werden. (Das Weiß des Kalkes reflektiert die Sonnenstrahlen). So
wird mancher Frostriss vermieden und nebenbei wird durch den Kalk das
Moos am Baum reduziert. Schädlinge, (leider auch Nützlinge) welche in den
Rindenritzen überwintern, wird obendrein noch zu Leibe gerückt.
Verwendet wird dazu gelöschter Kalk, welcher in den Baumärkten erhältlich
ist. Ausgebracht werden kann die Kalkbrühe durch Streichen mit der
Malerbürste oder im Spritzverfahren. Eine motorbetriebene Kalkspritze kann
beim Gartenbauverein ausgeliehen werden.
 
Obstbaumpflege im Winter
Kalken der Baumstämme Wenn in den ersten Monaten
eines Jahres die Sonne immer mehr Kraft gewinnt, die
Nächte aber noch empfindlich kalt sind, besteht die
Gefahr, dass die Bäume durch so genannte Frostrisse
ernsthafte Schäden erleiden. Gefährdet sind hier vor
allem exponierte Standorte an Südost- und Südhängen,
da diese der intensiven Morgensonne besonders
ausgesetzt sind. Problematisch wird es immer dann, wenn auf eine Frostnacht mit
sehr tiefen Temperaturen ein deutlich wärmerer Sonnentag beginnt. Durch die
Sonneneinstrahlung erwärmt sich das gefrorene Holz so schnell, dass es im Holz zu
enormen Spannungen kommt, was zu diesen Frostrissen führen kann. (Man kann
diesen Zusammenhang mit einem heißen Glasstab vergleichen, der ins kalte Wasser
geworfen wird: er zerspringt)

Um dieser Gefahr zu begegnen, ist es empfehlenswert, die Stämme bis in den
Kronenbereich mit weißen Anstrichen zu streichen. Dadurch wird die heiße
Sonneneinstrahlung reflektiert und übermäßige Temperaturdifferenzen innerhalb des
Stammholzes werden somit vermeiden. Für den Kalkanstrich gibt es im Fachhandel
eine Reihe von geeigneten Präparaten.

Die Schweizer-Kalk-Leimmischung kann aber auch leicht und preiswert selber
hergestellt werden. Sie besteht aus 15 kg Brandkalk und 6 kg angerührtem
Tapetenkleister auf 100 Liter Wasser. Bei den winterlichen Schnittarbeiten sollten
auch die Baumpfähle sorgfältig kontrolliert werden. Zu prüfen ist vor allem, ob der
Pfahl noch erforderlich ist und ob er noch stabil genug ist, um seine Stützfunktion
noch zu erfüllen. Ebenso muss geprüft werden, ob die Anbindeschnur für den
jeweiligen Stammumfang noch ausreicht, oder ob sie ggf. gelockert oder erneuert
werden muss.

Pflege des Stammgrunds
Der Stammgrund verdient vor allem bei schwach wachsenden Unterlagen und bei
Jungbäumen besondere Aufmerksamkeit. In diesem Bereich siedeln gerne sich die
verschiedensten Schädlinge wie z.B. die Blutlaus, der Apfelglasflügler oder
Rindenwickler, an. Diese Schädlinge suchen gerne Stämme auf, deren Baumscheibe
stark verunkrautet ist und während des Winters noch mit langem Gras bewachsen
sind. Hier finden sie einen geeigneten Unterschlupf zum Überwintern.
Auch Wühlmäuse schätzen verunkrautete Baumscheiben mit langem alten Gras.
Gepflegte Baumscheiben helfen also, die Bäume gesund zu erhalten

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